Der Klimawandel, erhöhter Schädlingsdruck bei manchen Kulturen, Änderungen bei der Nachfrage und generell am Markt haben maßgeblich Einfluss darauf, was künftig auf Österreichs Äckern angebaut wird. Pflanzenzüchtung und Saatgutwirtschaft sind dabei von zentraler Bedeutung für den Erfolg des heimischen Ackerbaus.

Die heimischen Pflanzenzüchter und Saatgutfirmen bieten ein breites Sortenspektrum. Laut Österreichischer Sortenliste 2024 sind in Österreich insgesamt 1.238 Sorten zugelassen. Das zentrale Ziel der österreichischen Pflanzenzüchtung ist es, klimafitte Sorten unter besonderer Berücksichtigung von Trockenheits- und Hitzetoleranz zu entwickeln, diese an den voranschreitenden Klimawandel sowie an regionale Erfordernisse anzupassen und die Kulturartenvielfalt im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung sicherzustellen. Hierbei werden 2 Strategien angewendet:

Icon, welches eine Soja-Pflanze zeigt.

Zukunftsfitte Kulturen & Eiweiß-Strategie

Die EU ist stark von Eiweißimporten abhängig. Deshalb setzt sich Österreich auf europäischer Ebene schon länger für die Ausarbeitung einer Eiweiß-Strategie ein. Auf nationaler Ebene hat das Landwirtschaftsministerium bereits 2021 eine solche präsentiert. Ziel der österreichischen Eiweiß-Strategie ist es, die vorhandenen Potentiale optimal zu nutzen und den Sojaimportbedarf bis 2030 noch weiter zu reduzieren. Österreich gilt hier bereits bisher als Vorreiter:

  • Aufgrund der intensiven Beratungsoffensiven konnte der Anbau von Soja in Österreich seit 2010 nahezu verdreifacht werden.
  • Soja ist damit seit mehreren Jahren flächenmäßig die viertgrößte Kultur in Österreich.
  • EU-weit liegt Österreich an 4. Stelle bei der Sojaanbaufläche.
  • Der österreichische Sojabohnenanbau wird zu einem Drittel biologisch bewirtschaftet und ungefähr zur Hälfte für die Herstellung von Lebensmitteln verwendet.

Eiweiß-Strategie

Daneben gibt es auch Initiativen, den Anbau von weiteren Eiweißpflanzen wie Ackerbohne und Körnererbse sowie kleinkörnigen Leguminosen zu steigern. Insgesamt besteht in Österreich unter Berücksichtigung des wertvollen Grünlands und Ackerfeldfutters eine Eigenversorgung von über 80 % im Bereich der Eiweißfuttermittel.

Bedeutung von Eiweißpflanzen