Die Biodiversitätsflächen in der Landwirtschaft erreichen 2024 neuen Rekordwert - In Österreich gibt es in der Landwirtschaft so viele Biodiversitäts- und Naturschutzflächen wie noch nie zuvor. Die Teilnahme von rund 80% der bäuerlichen Betriebe am Agrarumweltprogramm ÖPUL unterstreicht die hohe Bereitschaft unserer Landwirtschaft besondere Umweltleistungen zu erbringen. Mit freiwilligen Anreizen ist mehr zu erreichen, als mit Zwang und Verboten.

Die von der EU vorgeschriebene Anlage von Biodiversitätsflächen bringt Herausforderungen aber auch viele Vorteile die Landwirtschaft:

  • Die bunten Flächen locken Bestäuber und andere Insekten an und
  • wirken sich außerdem positiv auf Bodengesundheit und Gewässerschutz aus.
  • Der dauerhafte Bewuchs schützt vor Erosion und
  • im Winter fängt sich der Schnee in den Pflanzenresten, wodurch insgesamt mehr Wasser auf die Flächen kommt. Davon profitieren auch angrenzende sowie nachfolgend angepflanzte Kulturen.
  • Angrenzende Flächen profitieren zudem von den Nützlingen, die die Biodiversitätsflächen als Nahrungs- und Rückzugsräume nutzen und die Schadorganismen angrenzender Ackerflächen eindämmen.

Um die Artenvielfalt auf Österreichs Äckern zu fördern, legen Betriebe mit mehr als 2 Hektar Ackerfläche, die aktuell an den ÖPUL-Maßnahmen „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung“ (UBB) oder „Biologische Wirtschaftsweise“ teilnehmen, 7 % Biodiversitätsflächen an. Im Vergleich zur Vorperiode kam es dadurch zu einer signifikanten Flächensteigerung.

Die erfolgreiche Anlage und Pflege der Flächen und eine gute betriebliche Balance zwischen Produktivität und Biodiversität stellt manche Betriebe aber auch oft vor Herausforderungen. Grundsätzlich empfiehlt es sich Blühflächen gezielt auf Flächen anzulegen, die …

  • … eine geringe Produktivität besitzen, (nährstoffärmere, trockene oder feuchte Standorte)
  • … schwer zu bewirtschaften sind (steile, ungünstig gelegene, ungünstig zugeschnittene Flächen), oder
  • … eine Pufferfunktion zu angrenzenden Flächen haben (zum Beispiel zu Gewässern).
Icon, welches eine Biene, einen Schmetterling und Blumen zeigt.

Artenvielfalt & natürliche Kreisläufe

Pflegetipps

Um die ökologischen Funktionen von Biodiversitätsflächen zu erhalten, ist insbesondere Mahd und Abtransport des Mähguts empfehlenswert. Mit dem Abtransport des Aufwuchses werden Nährstoffe von der Fläche verbracht, das Sonnenlicht kann bis zum Boden gelangen und damit die Keimung von Wildkräutern ermöglichen. Gehäckselte Flächen vergrasen rascher als gemähte Flächen mit Abtransport. Wenn gehäckselt wird, dann möglichst spät im Jahr, sodass möglichst geringe Mulchschichten entstehen.

Probleme gibt es bei Ackerblühflächen vor allem durch eine Verunkrautung der Flächen beziehungsweise durch das Auftreten von Problemunkräutern. Um Probleme mit Folgeverunkrautung zu minimieren, sollten für die Biodiversitätsflächen Standorte mit möglichst geringem Unkrautdruck gewählt werden. 

Wichtig ist, dass die eingebrachte Saatgutmischung gut aufläuft. Im Trockengebiet sollte der Anbauzeitpunkt davon abhängig gemacht werden, ob genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist. Hier kann ein Anbau im Spätsommer/Herbst günstiger als im Frühjahr sein. Ein Anbau im Spätsommer reduziert aber auch in feuchten Regionen den Unkrautdruck. Um vor allem bei neu angelegten Biodiversitätsflächen auflaufendes Unkraut bekämpfen zu können, dürfen auf 25 % der Biodiversitätsflächen auch vor dem 1. August Pflegemaßnahmen umgesetzt werden.

© BMLUK/Thomas Neudorfer