In der gesellschaftlichen Wahrnehmung sind Bäuerinnen häufig unterrepräsentiert, trotz ihrer enormen Verantwortung für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und nachhaltige Bewirtschaftung. Dieses Ungleichgewicht zeigt sich auch in der Regionalpolitik. Frauen sind in kommunalen Führungsfunktionen weiterhin deutlich in der Unterzahl, nur 11,6 % der Bürgermeisterämter sind weiblich besetzt und nur ca. ein Viertel der Sitze in den Gemeinderäten wird von Frauen eingenommen. Auch in der Agrarpolitik dominieren nach wie vor Männer.
Um traditionelle Strukturen aufzubrechen und die Repräsentation von Bäuerinnen zu stärken, unterstützt das Landwirtschaftsministerium Initiativen wie das von den LK Bäuerinnen initiierte Projekt „ZAMm unterwegs“. Mit Bildungsangeboten wie dem Zertifikatslehrgang „Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“, sowie Vernetzung und gegenseitiger Unterstützung werden Bäuerinnen beim Weg in die Politik unterstützt. Das Ziel ist eine stärkere Präsenz von Frauen sowie aktive Mitgestaltung in agrarischen Entscheidungsgremien.
Für Jugendliche und Junglandwirt:innen bietet auch die Landjugend Österreich mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums Weiterbildungsangebote an, etwa für Landjugend Spitzenfunktionär:innen. Ziel der zertifizierten „aufZAQ“ Lehrgänge ist es, starke Führungspersönlichkeiten zu entwickeln – eine gute Vorbereitung, um sich in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Gut vernetzte Frauen, die Verantwortung übernehmen, stärken nicht nur die Betriebe, sondern den gesamten ländlichen Raum. Daher ist auch ihre Einbindung in Entscheidungsprozesse von großer Bedeutung – vielfältige Ansichten führen nachweislich zu besseren Entscheidungen.
© BMLUK/Alexander Haiden